Farbraumlicht
In Rainer Tillmanns gepolsterten Farbraumbildern scheinen die Farben langsam ineinander zu fließen. Kontrollierte, dynamische Bewegungen sowie Ruhen und Geschenlassen während des Malprozesses bestimmen den Charakter der Arbeiten. Weiche, in sich verlaufende Farbfelder in schwebenden Schichten bilden ruhige und beruhigende Farbräume, die sanft den Raum zu erhellen scheinen. Abstrakte Malerei mit weiter Tiefe, die wie Musik mit ihren harmonischen Nuancen empfunden werden kann.
Waren es früher noch reine Leinwandarbeiten, so werden seine Bilder seit 2002 mit Polsterwatte und Schaumstoff aufgepolstert um die harten Kanten der Leinwände zugunsten einer weichen Rundung aufzubrechen. Mit Pinsel und Schwamm werden zahlreiche Farbschichten aufgetragen, mal lasierend mal halbdeckend. Auch wenn eine Farbe oft scheinbar vorherrschend ist, so sind die Nuancen, das Zusammenspiel von kalten und warmen Werten, von matt und leuchtend, von heller und dunkler entscheidend für den Bildaufbau und lassen ein pulsierendes neues Ganzes von großer atmosphärischer Dichte entstehen.
Tillmanns Arbeiten strahlen trotz aller Intensität und energetischen Kraft eine wohltuende Stille aus und laden zu längerem Eintauchen ein.